"Talent ist wichtiger als Technik"

- Andreas Feininger -

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Musical Mondays in Bern

Aktualisiert: 4. Feb 2018

Bereits zum achten Mal fand am letzten Montagabend vor Weihnachten der Musical Monday im Musigbistro in Bern statt. Das Bistro bietet in einem intimen Rahmen eine Musical-Gala und verwöhnt dazu mit feinem Essen.


Ken Mallor ist der Inventor des Musical Monday. Er stammt aus New York, wo er an der Juilliard School in New York City sein Musikstudium absolvierte. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in klassischer Musik, Broadway und Clubs gesammelt. Die vergangenen sechs Jahre arbeitete er an der Swiss Musical Academy und war als Gesangs-/ und Musiklehrer tätig.


Eingeleitet wird der Abend mit einem Lied, welches Ken selber singt, dazu spielt er am Klavier. Schon zu Beginn macht er darauf aufmerksam, dass die Sänger des Abends sich eigentlich wesentlich grössere Bühnen und mehr Publikum gewöhnt sind. Dennoch freuen sich alle sehr auf diesen Abend und speziell auf die Nähe zum Publikum.



Es beginnt Gabriela Ryffel. Sie arbeitete schon als Tänzerin bei «West Side Story» und ist zur Zeit bei «Die Schweizermacher» in der Maag Music Hall als Martha in Zürich zu sehen. Ihr Auftritt ist genial, jeder Ton sitzt und man merkt ihr an, dass sie richtig Spass hat.



Als nächstes singt Fiona Reinhard, welche schon die Hauptrolle im Musical «The Woman» erhielt. Auch sie ist noch eine junge Frau, die eher ein melancholisches Lied singt, welches sie mit viel Gefühl und Seele dem Publikum nahe bringt.



Mit Enrico Magaldi betritt der erste Sänger die Bühne. Enrico ist Tenor und man merkt schnell, dass er sich zurück nehmen und das Mikro weit von sich halten muss, ist der Raum für sein Stimmvolumen doch einfach zu klein. Unvergessen ist sein Auftritt von 2007 im Rahmen des Tattoos in Basel, wo er in der Arena sein Können vor 7'000 Leuten zeigte und Begeisterungsstürme hervorrief. Hier im Musigbistrot sind es um die 80 Personen, aber sie sind nicht minder hingerissen.



Celine Meilleurat singt ein Lied aus dem Musical «Victor/Victoria». Sie macht ein Studium an der Académie de Comedie Musicale in Paris. Ihr steht die Professionalität ins Gesicht geschrieben und auch bei ihrem Auftritt interpretiert sie den Song mit vollem Körpereinsatz.



Es folgt Sarah Arnold, welche an der StageArt Musical & Theatre School in Adliswil ihren Musical-Schauspielabschluss machen wird. Sie stand schon in der Produktion «Looking for Medea» auf der Bühne und im Frühjahr 2011 interpretiert sie die Hauptrolle der Alice im Musical «Azzurro». Am Anfang wirkt sie im Vergleich zu den restlichen Darstellern etwas steif, sie wird aber mit zunehmender Dauer des Abends lockerer.



Lukas Hobi und Tobi Gerber begeistern mit einem sehr weichen und gefühlvollen Stück. Tobi ist oder besser war Teil des Ensembles von «Die Patienten» und erhielt eine Hauptrolle im Musical «Bis zum Scheiterhaufen». Lukas ist Sänger in dem A-Capella-Sextett Bliss und tourt ab Januar mit der Formation und ihrem Programm «Superstern» durch die Schweiz.


Die Sänger wechseln sich gegenseitig ab und genau so unterschiedlich wie sie sind auch die Stücke. Ob deutsch, französisch oder englisch, es wird quer durchs Beet der Musical Lieder gesungen.


Alle bis auf Enrico und Ken sind noch sehr jung, doch ihr Talent bleibt vor keinem Zuschauer verborgen. Das einzige Instrument an diesem Abend bleibt Kens Klavier. Er spielt mit so viel Hingabe, dass man manchmal meint, er verschmelze mit dem Instrument und es sieht so aus als würden seine Hände nur so über die Tasten fliegen.


In der Hälfte der Auftritte gibt es eine kurze Pause. Die Sänger und Stars des Abends mischen sich unter die 80 Gäste und es herrscht eine angenehme Atmosphäre. 10 Minuten später geht es bei Kerzenschein und Rotwein weiter - es hätte nicht gemütlicher sein können!


Die Lieder folgen Themen wie Geld und Gier, Hass und Liebe, Krieg und Frieden. Es ist ja jedes Jahr so, dass man sich gerade in der besinnlichen Weihnachtszeit noch mehr Gedanken zu Ethik und Moral macht, demnach regen die Songs auch zum Nachdenken an und sind nicht nur ein Genuss für die Ohren.


Zum Abschluss wird im Ensemble gesungen, bei dem die Zuschauer noch mal so richtig aufblühen und begeistert werden. Dementsprechend ernten die jungen Sänger einen heftigen Applaus.


Für all jene, welche auch mal mittendrin statt nur dabei sein wollen, ab dem 10. Januar 2011 bietet sich diese Gelegenheit wieder für mindestens acht Mal bis Ende Februar.


Text: Julia Schaffer