"Talent ist wichtiger als Technik"

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TANZ 2 am Luzerner Theater

Choreografien von Olivier Dähler und Ken Ossola


Mit TANZ 2 kommt nicht ein Sequel eines erfolgreichen Streifens, sondern es ist die zweite Produktion von «Tanz Luzerner Theater». Am Samstag den 20. Februar 2010 hatten die beiden halbstündige Stücke ihre Uraufführung.



Die folgenden Eindrücke sind von der Hauptprobe am Mittwoch. Während sich im Foyer die Tänzer aufwärmen und dehnen, wird drinnen im Theatersaal auf der Bühne noch eifrig das Licht eingestellt und das Kreativteam bespricht letzte Änderungen und Details vor der Probe.



Das erste der beiden Stücke ist «LETEM !» vom Luzerner Balletmeister Oliver Dähler, welcher für Choreographie und Bühne verantwortlich ist.

Zu Béla Bartóks viertem Streichquartett, hervorragend live durch das Merel Quartet gespielt, lässt er die Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne die Brücke zwischen Ost und West, Fremdbestimmung und eigener Identität, suchen.

Bartóks Musik eignet sich hervorragend dazu, hat er selber doch neben dem klassischen Einfluss immer ein Faible für die Schlichtheit der Volksmusik gehabt und diesen Gegensatz gewusst in seinen Stücken zu verarbeiten.


Die Bühne ist schlicht, nur ein grauer Boden und meistens schwarze Wände. Das Licht unterstreicht die Stimmungen und erzeugt durch die harten Kontraste eine visuellen Reiz und Abwechslung. Die Tänzer und Tänzerinnen kommen immer wieder in der Mitte zusammen, um von dort die Bilder zu entwickeln. Die Choreografie schafft es, den Tänzer und Tänzerinnen Spielraum zu lassen und diese vermögen ihre Emotionen in den Tanz einzubringen. Die Kommunikation zwischen den Akteuren wirkt spielerisch und im positiven Sinne improvisiert. Die Spannung wird während den ganzen 30 Minuten immer wieder von Neuem aufgebaut und die Inszenierung vermag den Zuschauer bis zum Schluss zu packen.




Nach einer kurzen Umbauphase geht es mit «White Lies», also Notlügen, des Gastchoreographen Ken Ossola weiter. Er nahm Dmitri Schostakowitsch Kammersinfonie für Streichorchester als Ausgangsbasis für seine Kreation. Schostakowitschs Stück birgt viele Möglichkeiten, Zerrissenheit, Dynamik, Kraft und alle Facetten menschlicher Gefühle auf die Bühne zu bringen.


"Ich wollte ein Stück machen, das von Intimität erzählt - der Intimität unter Tänzern, aber auch der zwi­schen Tänzern und Zuschauern. Ich spiele gern mit Gegensätzen, mit permanentem Widerspruch, Regela­bruch, dem Stören der Harmonie. Die Arbeit ist eine Herausforderung für Körper und Darsteller auf der Suche nach Balance in einer Situation, die sie ins Ungleichgewicht bringt, sie destabilisiert. Die physische Sprache erzählt von Gefühl, Sensibilität, Liebe und Fürsorge, Poesie gebrochen durch pure Aggres­sion."




Die Bühne ist an Boden mit schwarzem Lacktuch überzogen. Das Licht wirft Spiegelungen von scheinbarem nassem Boden wie auch die Umrisse der Tänzer an die Wand. So gut die Idee mit den Spiegelungen ist, die Kostüme selber sind mir zu aufgeregt und fügen sich zu sehr ins Muster und der Farbe des Hintergrundes ein und die Tänzer verschwinden. Das Thema der Spiegelbilder wiederholt sich auch in den getanzten Bildern.




Die Tänzer zeigen eine eine tolle und beeindruckende Leistung, aus athletischer wie auch emotionaler Sicht. Das Stück wechselt immer wieder von fliessenden zu ruckartigen Bewegungen, von intimen Blickwechseln zu starren Grimassen. Das Stück startet mit viel Dynamik und optischen Effekten, doch kurz vor Ende ist die Szene zu lang und die Spannung flacht ab. Das Licht mag der fehlenden Spannung nicht mit visuellen Reizen gegenzusteuern, beschränkt sich dieses doch auf die Wassereffekte und Spiegelungen an der Wand.