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Nikon F-Bajonett und Adapter

Über das Bajonett wird das Objektiv an die Kamera angesetzt. In neuerer Zeit tauschen die Kamera und das Objektiv auch Informationen darüber aus. Leider geht jeder Hersteller eigene Wege und die Objektive lassen sich nicht untereinander austauschen. Der Fortschritt und die Wünsche des Marktes lassen ab und an auch einen Hersteller sein Bajonett ändern, so zum Beispiel 1987 Canon von FD zu EF oder 1973 Pentax von M42 zu K. Canon änderte auch das Auflagenmass, also die Distanz von der Film-/Sensorebene zum Bajonett.


Nikon brachte 1959 mit der Nikon F ihre erste Spiegelreflex-Systemkamera mit dem gleichnamigen Bajonett heraus. Nikon modifizierte zwar über die Jahre das Bajonett (pre AI, K, AI, AI-S etc), das Auflagenmass blieb aber dasselbe und die alten Nikkore lassen sich auch auf vielen modernen Nikon-Kameras verwenden. Doch warum soll man diese alten Gläser verwenden?


Sony Nex 5n, Nikkor 20mm 2.8: 1/60s, f/5.6, iso1600


Die Haptik der manuellen Nikon-Objektive aus dieser Zeit ist grossartig und kein Vergleich mit den heutigen Plastikdingern. Der Körper ist aus Metall und die Zahlen und Skalen sind eingraviert. Gerade die Schärfentiefe-Skala ist bei Weitwinkel auch heute noch bei Blendenvorwahl sehr nützlich.


Die heutigen Linsen haben sicher die bessere Vergütung und dadurch weniger Flares und Ghosts sowie die höhere Auflösung, doch dadurch verlieren sie auch an Charakter und sind der Konkurrenz gleich, welche auch ihre Optiken optimiert und der Zeit anpasst. Überspitzt gesagt geht das Licht durch das Objektiv, ohne dass dieses Spuren hinterlässt. Alte Objektive hingegen haben ihren eigenen Fingerabdruck.


Nun kann man mit Adaptern Fremdobjektive an ein anderes Bajonett anpassen. Hier eignen sich Kameras mit geringem Auflagenmass, lässt dieses doch noch Spielraum um ein Übergangsstück dazwischen zu schrauben.


Bajonett     Auflagenmass

Sony Nex / E 18.0mm

micro Four Thirds 20.0mm

Leica M 27.8mm

Olympus F (Pen) 28.95mm

Canon FD 42.0mm

Canon EF 44.0mm

Exakta (KB) 44.7mm

M42 (Pentax, Pentacon, Contax S)  45.46mm 

Pentax K 45.46mm

Nikon F 46.5mm


Ein kleineres Auflagenmass wie zB FD an Canon EF zu adaptieren braucht Zwischenlinsen. Diese Adapter sollte man meiden, hat das Ergebnis des Systems nichts mehr mit der Leistung des Objektives zu tun. Leider lassen sich Objektive mit Exakta-Bajonett nicht richtig an Canon EF adaptieren, die "Füsse" des Exakta-Bajonetts ragen zu weit nach hinten und der Spiegel kann daran schleiffen (es geht um 0.05mm). Es gibt Adapter, bei denen funktionierts, nur kann dort in der Regel nicht auf unendlich fokussiert werden.


Wie aus obiger Tabelle ersichtlich ist, hat Sony mit der Nex eine Kamera geschaffen, welche das kleinste Auflagenmass hat und so ziemlich alles daran adaptiert werden kann. Ob nun ein Nikon-Objektiv mit AI, AI-S, D oder non AI adaptiert werden soll spielt keine Rolle, werden vom Adapter in der Regeln keine elektrischen Signale an die Sony oder Canon übermittelt.



(Gemeinfreies) Foto aus Wikipedia


ACHTUNG: Die Nikon-F-Objektive haben in unbearbeitetem Zustand für die mechanischen Kameras eine "Nase", welche die maximale Blendenöffnung mitteilt und teilweise einen Schutzring, welcher die Hinterlinse schützt. Diese Teile können den Spiegelkasten einer Canon EOS 5D Mark II beschädigen. Bitte vor dem Ansetzen zuerst kontrollieren, ob nichts über den EOS-Objektivadapter hinaus ragt.


Diverse Adapter Sony Nex und Canon und ihre mechanische Eigenheiten


Keine Ahnung, ob der linke der beiden obigen "Nikon F zu Canon EOS"-Adapter eine Marke hat (der von Kiwifoto sieht identisch aus), der rechte stammt von Quenox. Der linke Adapter sieht sehr ähnlich aufgebaut wie der Fotodiox aus. Mit ihm lassen sich die Uralt-Objektive (non und pre AI) nicht verwenden, da deren Blendenring zu weit nach hinten über das Bajonett hinaus steht und am Adapter schleift oder gar sich nicht aufsetzen lässt. Dem rechten Adapter fehlt der äussere Rand und er lässt sich ohne Probleme mit fast allen Objektiven verwenden. Das Nikkor-S 5cm f/2 funktioniert allerdings nicht, wohingegen das Nikkor-P 10.5cm und Nikkor-Q 13.5cm aus derselben Zeit knapp gehen. Knapp deshalb, weil der Ring der Blende aufsteht und die Blende sehr schwerfällig wird. Der Entriegelungsmechanismus hinterlässt aber einen wakeligen und nicht gerade robusten Eindruck.


ACHTUNG: Aktuell steht bei den Quenox-Adaptern, dass sie nicht für Canon Vollformatkameras gehen. Auch sollte man das Nikkor-S 5cm nicht unmodifiziert an die 5D ansetzen, da es eine Nase hat (Index für Blende), welche weit nach hinten hinaussteht. 



Der linke Fotodiox-Adapter ist die Version 2 mit Chip. Ihm kann man die Brennweite und die grösste Blende programmieren und diese Infos stehen dann in der Datei. Er gibt auch die Fokusinformationen an die Kamera und ein allfälliger Back- oder Frontfokus kann behoben werden. Die Fokusrückmeldung (grüner Punkt im Sucher) ist ganz nett aber leider sehr ungenau und ersetzt die Lupe im Liveview nicht. Die Blendeninfo ist eher nervig und muss unabhängig an der Kamera wie auch an dem Objektiv verstellt werden. Ist die Anfangsblende nicht oder falsch gesetzt, so gibt es bei mir fehlbelichtete Bilder. Ich finde diesen Adapter in der Praxis nicht tauglich oder der Zweck erschliesst sich mir nicht. Der Adapter hat auch am meisten Spiel, sprich Objektiv wackelt, aller vier Canon-Nikon F-Adapter. Die alten Objektive wie das Nikkor-P 10.5cm f/2.5 oder Nikkor-Q 13.5cm f/3.5 lassen sich nicht ansetzen.


Der rechte Adapter ist ein Fotodiox Pro. Er hat auch einen ausgeprägten Rand wie der Noname, aber einen grösseren Durchmesser. Die alten Objektive wie das Nikkor-P 10.5cm f/2.5 oder Nikkor-Q 13.5cm f/3.5 lassen sich nicht ansetzen. Der Adapter ist beim Entriegeln von allen vier Adaptern der Fummeligste.



Der Nikon F auf Sony E Adapter der Firma Kiwi habe ich an der Stelle des roten Pfeils abgedreht, damit die alten Objektive wie das Nikkor-S 5cm f/2 und Nikkor-Q 13.5cm f/3.5 ohne Probleme dran passen. Er funktioniert so modifiziert bisher ohne Probleme.


Die Preise der hier vorgestellten Adapter bewegen sich zwischen CHF 10.- bis CHF 65.-, einzelne verkaufen die Adapter aus China bis 90.- und Adapter von Novoflex sind gegen die CHF 180.--.

"Talent ist wichtiger als Technik"

- Andreas Feininger -

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