London - Stadtrundgang mit Micro Four Thirds in der Tasche
Im Dezember nach London? Was kann man mehr erwarten wie kalt, nass und dunkel? Nun ja – Fotos bei schönem Wetter kann schliesslich jeder.
Anfang Dezember 2023 sollte es für vier Tage nach London gehen, am Ende wurden unfreiwillig sechs daraus. Im Handgepäck war die Olympus OM-D E-M1 Mark III mit diversen Festbrennweiten sowie dem Olympus M.Zuiko 7-14 F2.8 Pro. Nach der Reise war allerdings klar, dass dieses Zoom ebenfalls durch eine Festbrennweite ersetzt werden würde. Doch dazu später mehr.
Neben diversen Musicals, welche ich besuchen wollte, habe ich mich im Vorfeld informiert, welche Orte typische Fotospots sind. Der grössere Aufwand bestand dann darin, die passenden Standorte zu finden, von denen aus sich diese Motive am besten fotografieren lassen.

Die Unterkunft war diesmal nicht im Zentrum um Victoria Station oder Kings Cross, sondern in der Canary Wharf, einem modernen Geschäftsviertel mit guter Bus und U-Bahn Anbindung an die Innerstadt. War bei früheren Besuchen in London die Bahnkarte mit Magnetstreifen ein Ärgernis ohne Ende, so funktionierte die kontaktlose Oyster-Card ohne Probleme.

Die Canary Wharf hat ihren Namen daher, dass von hier aus der Handel vor allem mit exotischen Früchten mit den Kanarischen Inseln abgewickelt wurde. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts verfielen die Docks und die kommerzielle Nutzung wurde 1980 eingestellt. Zehn Jahre später begann die Überbauung und Entwicklung zu einem modernen Geschäftsviertel. Die Erschliessung mit der Docklands Light Railway (DLR) und Elizabeth Line macht das Reisen in alle Richtungen der Stadt einfach.

Das folgende Bild ist mitunter der Grund dafür, dass heute ein Panasonic Leica 9mm 1.7 anstelle des Zooms mit dabei ist. Wer genau hinschaut, wird die Geisterbilder der Fluoreszenzlampen entdecken.

Am nächsten Tag geht es bei eisigen Temperaturen durch diverse Second Hand Markets und schlussendlich durch Notting Hill. Leider bieten die dortigen Märkte wenig fotogenes und sind wie alle touristischen Märkte, sei es in London, Lissabon oder Grosseto, von billigem chinesischem Schund überschwemmt.
Das Warten auf die U-Bahn lässt sich immerhin sinnvoll nutzen: Mit unterschiedlichen Belichtungszeiten kann man wunderbar experimentieren und die vorbeifahrenden Züge gezielt verschwimmen lassen. Dank dem eingebauten Bildstabilisator sind Zeiten von einer Viertelsekunde kein Problem.


Abends zeigt sich die Canary Wharf in weihnachtlichem Glanz. Es ist übrigens die Gegend in London mit der grössten Dichte an Kunstwerken im öffentlichen Raum.

Ein Rundgang entlang den Kunstwerken durch die Canary Wharf lohnt sich. Auf die Fotos der Kunstwerke verzichte ich an dieser Stelle und verweise auf die >Webseite 'Art on the Estate'<, wo alle Informationen zu finden sind.
Die Thames Barrier ist mit dem öffentlichen Verkehr nicht weit weg und das Wetter zeigt sich heute von seiner besten Seite. Das Bauwerk gehört weltweit zu den grössten Anlagen zum Schutz vor Sturmfluten.

Die Anlage ist seit 1982 in Betrieb und misst 520 Meter. Sie ist in 10 Stahlwehre aufgeteilt, wobei jedes der vier grossen Tore wiegt 3300 Tonnen. Ein einzelnes Tor kann innerhalb 10 Minuten geschlossen werden, jedoch die ganze Länge braucht es rund 1.5 Stunden.

Wenn das Wetter schon einmal so schön ist, geht es mit DLR und Bus zum >Highgate Cemetery<, dem Friedhof auf dem unter anderem Karl Marx begraben liegt. Das ich nur ihn erwähne liegt daran, dass ich als Nicht-Engländer viele der Berühmtheiten, welche hier auch noch begraben liegen, schlicht nicht kenne.

Auf dem Friedhof liegen rund 170'000 Personen in 53'000 Gräbern. Eröffnet wurde der Friedhof 1839 und ist bis heute in Betrieb.

Am nächsten Tag war es mit dem schönen Wetter bereits vorbei. Nebel, Nässe und Kälte ziehen durch die Strassen, und vor allem auch in die Häuser. Viele Türen schliessen nicht richtig, und so wird man in den Cafés und Restaurants auf der einen Seite von der Heizung geröstet und auf der anderen Seite schockgefroren..

Das neblige Wetter erlaubt aber das eine oder andere Bild, wie man es sich für London eigentlich vorstellt.



In der Nähe des Big Ben sitzt die Ballerina seit 1988 neben dem Royal Opera House im Bezirk Covent Garden.

Ein beliebtes Sujet ist auch die Tower Bridge. Hier ein Versuch von einem Standort nahe dem Wolkenkratzer 'the Shard'. Die 1894 eröffnete Brücke überspannt die Themse auf 244m. Die ehemaligen Dampfmaschinen, welche die Brücke bis 1976 anhoben, sind noch im Maschinenraum zu besichtigen.

Auch „The Shard“ gehört zu den Wahrzeichen, die in das Fotoalbum eines London-Besuchs gehören. Auch hier der Versuch, das bekannte Motiv einmal von einem etwas ungewöhnlicheren Standort aus aufzunehmen.

Die schon bald eintretende Dunkelheit verleitet einem zum Spielen mit der Belichtungszeit. Der Bildstabilisator in der Olympus lässt 0.4s aus der Hand locker zu.

Abends fängt es an zu schneien, eine Seltenheit in London. Am nächsten Tag wird der Flug abgesagt und um zwei Tage verschoben. Auch auf den Strassen herrscht Chaos und somit auch in den U-Bahnen, man braucht locker 45 Minuten, um überhaupt in einen der völlig überfüllten Züge zu gelangen. Schnee ist man hier wahrlich nicht gewohnt.

Durch die von EasyJet verursachte Verlängerung des Aufenthalts konnte ich noch einige Galerien und Museen besuchen, für die ansonsten während der ursprünglich geplanten vier Tage keine Zeit geblieben wäre. Und natürlich hat es auch noch für das eine oder andere Bild gereicht.
Das nachfolgende Bild ist ab Stativ entstanden. Man beachte, dass das Panasonic Leica 25mm 1.4 durchaus auch für schöne Blendensterne geeignet ist. (Vergrössern durch Klicken auf das Bild.)

Der Kreuzer HMS Belfast von 1936 liegt in London nahe der Millenium Bridge und kann als Museum besucht werden.

Alles in allem hat auch der kalte und nasse Dezember seinen Reiz in London. Auch wenn Handschuhe, Mütze und Schal dabei zu ständigen Begleitern werden.
Und es braucht nicht immer die schwere Ausrüstung, eine Handvoll MFT-Objektive und die E-M1 in der Freitagtasche reichen für einen ausgedehnten London-Stadtrundgang völlig aus. Und manchmal sorgt sogar das Wetter dafür, dass aus vier geplanten Tagen sechs werden – und damit auch für zwei Tage mehr Zeit zum Fotografieren.




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