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Elinchrom Ranger RX Speed (AS): Todesstoss alter Akku?

Aktualisiert: 22. Nov. 2023

Die netzunabhängigen Studioblitze kamen 2004 auf den Markt und versprechen 250 Blitze bei voller Leistung von 1100Ws. Ich habe vermutlich meinen ersten Elinchrom Ranger Speed RX mit den schnellen Speedlite A-Blitzköpfen seit 2008 sowie den Zweiten seit 2011. Ich bin sehr zufrieden mit den Teilen, zumindest bis vor Kurzem. Die ersten acht Jahre waren sie Top und seither sind die Akkus von Jahr zu Jahr schwächer geworden bis sie nun den Geist aufgegeben haben.


In den Generatoren sind Blei-Akkus verbaut. Das Gute an einer Blei-Batterie ist, dass sie keinen Memory-Effekt hat und jederzeit aufgeladen werden kann. Das Schlechte an einer solchen Batterie ist, dass sie nicht Tiefentladen werden sollte, im Stand rund 6% Ladung pro Monat verliert (einzelne Typen 3%) und gegenüber einem modernen LiPoFe-Akku massiv schwerer ist. Ein Bleiakku sollte nicht unter 30% entladen und alle 6 Monate aufgeladen werden. Das mitgelieferte Elinchrom Multivoltage-Schnellladegerät (19283) lädt die verbaute 12Ah-Batterie innert 3 Stunden wieder auf.


Nun ist es 2023 und mein am meisten verwendeter Blitzgenerator oder besser dessen Akku liefert noch 30 Blitze bei Volllast bevor er sich in den Ruhezustand begibt. Zum Glück habe ich einen Reservegenerator, aber auch diesem merkt man sein Alter an und mehr wie 50 Prozent Ladung ist nicht mehr möglich.


Ich habe im Frühjahr 2023 günstig einen gebrauchten Ranger Speed AS erwerben können, allerdings zeigte sich das günstig noch zuviel war. Leider war auch die Elektronik des Generators hinüber und auch mit einer funktionierenden Akkubox wollte der Blitz nicht auslösen. Nun hatte ich also drei Akkuboxen, wovon nur eine halbwegs zu brauchen ist.


Die originale Elinchrom Akkubox E19280 ist nirgends mehr erhältlich, aber eine Batterie mit 12 Volt und 12Ah einzubauen dürfte wohl nicht so kompliziert sein.


ACHTUNG: Personen mit zwei linken Händen sollten die Finger vom Basteln mit Akkus lassen, sind doch recht hohe Ströme im Kurzschlussfall zu erwarten.


Die damals von Elinchrom verbaute Batterie ist eine B.B. Battery BP12-12 und hat

  • Nennspannung 12V

  • Nennkapazität 12Ah bei 20h Bezug (C20)

  • Typ AGM

  • Lebensdauer 10 Jahre bei 50% Entladetiefe, 500 Zyklen bei 50% Entladetiefe

  • Selbstentladung 3% pro Monat

  • Anschluss T2

  • Maximaler Entladestrom 180A bei 5s

  • Maximaler Ladestrom 3.6A

  • Innenwiderstand 18mOhm

  • LxBxH 151x98x98mm


Die verwendete Batterie ist ein AGM-Akku, also eine Blei-Gel-Batterie mit Glasfaservlies. Sie zählt neben der Gel-Batterie (anstelle Flüssigkeit ein Gel als Elektrolyt) zu den VRLA-Batterien (Valve Regulated Lead Acid Battery) und sind mit einem Überdruckventil ausgestattet. Bei diesem geschlossenen Batterietyp entfällt das Nachfüllen von destilliertem Wasser wie bei den Nassbatterien. Bei der AGM-Batterie (Absorbent Glass Matt) ist der Elektrolyt vollständig in ein Glasfaservlies gebunden. Die AGM-Batterie ist auslaufsicher und verkraftet auch Schräglagen und Vibrationen problemlos. Dieser Akku-Typ gibt es noch immer zu kaufen.


Die erste Akkubox erhält also noch im April den BP12-12, bei den anderen Batterien möchte ich andere Typen ausprobieren.


Wenn man eine Homepage eines Akkulieferanten aufmacht, so wird man von der schieren Menge an scheinbar gleichen Batterien mit 12V und 12Ah (Energiemenge: Strom von 1 Ampère während 12 Stunden) erschlagen. Die wenigsten Akkuhändler liefern allerdings vernünftige Daten und haben zu den Akkus das Datenblatt.


Ich nehme als erstes Ausschlusskriterium den maximalen Ladestrom von 4 Ampère des Elinchrom Ladegerätes. Der maximale Entladestrom über 5 Sekunden soll bei 180 oder mehr Ampère sein.


Daneben ist das Wichtigste die benötigte Grösse, damit das Teil in die Akkubox von Elinchrom reinpasst: 150x100x100mm plus minus wenige Millimeter. Der Anschluss ist ein T2 Faston (Flachpoladapter mit 6.35mm Breite).


Ich bestelle eine CSB HR 1251W Batterie für die zweite Akkubox, welche folgende Daten hat (Änderung fett gegenüber erste Variante):


  • Nennspannung 12V

  • Nennkapazität 12Ah bei 20h Bezug (C20)

  • Typ AGM, HR steht für High Rate Discharge

  • Lebensdauer 5 Jahre im Standby bei 25°C

  • Selbstentladung weniger wie 10% in 90 Tagen (ca 3% pro Monat)

  • Anschluss T2

  • Maximaler Entladestrom 180A bei 5s

  • Kurzschlusstrom 462A

  • Maximaler Ladestrom 5.1A

  • Innenwiderstand 13.6mOhm

  • LxBxH 151x98x100mm



Beim der weiteren Suchen stolpere ich über 15Ah-Akkus mit passender Grösse und geeigneten technischen Daten. Gerade wenn der 15Ah-Akku funktioniert, wären die 25% höhere Kapazität eine nette Zugabe. Von den zur Auswahl stehenden Akkus bestelle ich denjenigen mit dem kleinsten Innenwiderstand in der Hoffnung, dass die Auslösezeiten schneller werden.


Die dritte Akkubox wird daher mit einem Multipower MP15-12C ausgerüstet (Änderung fett gegenüber erste Variante):

  • Nennspannung 12V

  • Nennkapazität 15Ah bei 20h Bezug (C20)

  • Typ AGM

  • Lebensdauer 600 Zyklen bei 50% Entladetiefe bei 25°C

  • Selbstentladung 10% in 90 Tagen, weniger wie 20% in 6 Monaten bei 20°C

  • Anschluss T2

  • Maximaler Entladestrom 225A bei 5s

  • Maximaler Ladestrom 4.5A

  • Innenwiderstand 9mOhm

  • LxBxH 151x99x104mm


Die 15Ah-Batterie ist von den Abmessungen am Limit was neben den Anschlüssen und Verkabelung der Akkubox noch reinpasst.


Die ersten Versuche mit neuen Batterien sind erfreulich, hat man sich doch an gewisse gemächliche Reaktionszeit der alten Akkus gewöhnt. Gerade die 25 Prozent höhere Kapazität des 15Ah-Akku ist eine willkommene Verbesserung gegenüber der alten Batterie. Ich bin gespannt, ob die neuen Akkus auch wieder acht Jahre halten.

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