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Pentax S-M-C Takumar 135mm f/2.5

Aktualisiert: 3. Dez 2018

Der nachfolgende Text soll die Erfahrungen mit dem Super-Multi-Coated Takumar 135mm f/2.5 abseits von Testcharts an der Sony Nex sowie an der Canon EOS 5D Mark III zeigen. Der Urahn, das Asahi Preset Takumar 135mm f/3.5 von 1957 folgt in einem zweiten Artikel. Bei der Besprechung des Objektives sind subjektive Eindrücke und Eigenheiten wichtiger wie das letzte Quentchen Schärfe.



Das 135er gilt noch als ideales Portrait-Objektiv an einer Kleinbildkamera, an einer APSC werden bei einer typischen Entfernung von 5 Metern wirken die Aufnahmen schon etwas eingeschränkt und eng.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Canon EOS 5D mk2


Es gab drei Varianten des 135er f/2.5 Takumars, die erste erschien 1965. 1971 erhielt sie die Mehrfachvergütung, war aber wie die erste Variante mit 5 Linsen in 4 Gruppen aufgebaut. Die letzte Variante hatte 6 Linsen in 6 Gruppen und ist baugleich mit der für das K-Bajonett.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Canon EOS 5D mk2


Die letzte und hier beschriebene Variante von 1972 gilt auch als Schärfer und hat 8 Blendenlamellen gegenüber ihren Vorgängerinnen mit deren 6. Das Objektiv wurde bis 1975 mit über 110'000 Stück gebaut und dann durch die Variante mit K-Bajonett abgelöst, welche aber dasselbe optische Design hatte.



Haptik  und Bedienung

Das Objektiv liegt gut in der Hand und mit rund 500 Gramm ist es auch nicht zu schwer. Das einschrauben in den M42-Adapter braucht Zeit, gerade wenn man ein EF-, K- oder F-Bajonett gewöhnt ist. Dieselbe Schrauberei braucht es bei der Sonnenblende, diese ist auch aus Metall und hat ein M58-Gewinde. Mein Exemplar sieht wie neu aus dem Laden aus, obwohl es 40 Jahre auf dem Buckel haben muss. 


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Sony Nex 6


Da ich relativ grosse Hände habe, liegt das 135/2.5 besser in der Hand wie das schlankere 135/3.5. Um von nah auf fern zu fokussieren braucht es eine 3/4-Umdrehung des Entfernungringes, was in manchen Situationen relativ weit ist. Der Tubus des Fokuses läuft satt und optimal und bietet eine grosse Grifffläche. Der Blendenring klickt hörbar jede halbe Blende ein. Die Skalen und Beschriftungen sind eingraviert. Die Naheinstellgrenze mit 150cm ist genügend, modernere Objektive bringen es auf 120cm oder gar 90cm. An der Sony Nex lässt es sich sehr gut bei Offenblende mittels Fokus-Peaking scharfstellen.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Canon EOS 5D mk3


Offenblende, Schärfe und Bokeh

Bereits bei Blende 2.5 ist das S-M-C Takumar 135mm erstaunlich scharf und kontrastreich und hat trotzdem eine schöne Wiedergabe im Unschärfebereich. Bis Blende 4 gewinnt es nochmals an Schärfe, der Hintergrund bleibt aber erstaunlich weich und pastellartig. Hier ein Vergleich Offenblende zu Blende 4 sowie zum Nikkor-Q 13.5cm f/3.5 bei Blende 4:


Vergleich Nikkor-Q 13.5cm f/3.5 zu Pentax S-M-C Takumar 135mm f/2.5 bei Blende 4


Können beim Super Takumar 135mm f/3.5 störende Farbsäume bei hell/dunkel Übergängen auftreten, so sind diese beim S-M-C 135mm f/2.5 abwesend.

Hier ein Beispiel für das Bokeh bei Offenblende und Blende 5.6:


Bietet sich das Nikon bei starken und vielen Lichtquellen im Hintergrund an, so sind es Landschaften, Portraits und Blumen beim Takumar. Der pastellartige Hintergrund lässt das Foto wie ein Gemälde wirken. Chromatische Aberration ist mir bisher nicht aufgefallen.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Sony Nex 6


Blendensterne

Zugegeben, Blendensterne sind bei einem 135er nicht das Wichtigste, und doch ergeben sich mal Reflexionen oder Lichter, welche durch einen Stern schön zur Geltung kommen. Das S-M-C Takumar 135mm in der 2.ten Version hat Sternen mit acht Strahlen, die Objektive der Version 1 deren sechs. Leider sind die Sterne nicht sehr schön gezeichnet. Sie haben Doppelkonturen und wirken eher klobig wie filigran. Sind die Blendensterne an einem Nikkor (K) 135mm gestalterisch einzusetzen, so sehe ich beim S-M-C Takumar 135mm davon ab.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Sony Nex 6


Flares & Ghosts

Weder an der 5D noch an der Sony Nex konnten interne Reflexionen ausgemacht werden. Es braucht schon extreme Lichtsituationen, um Flares zu erzeugen, und so richtig zu gefallen (um sie kreativ einzusetzen) vermögen sie nicht. Es sind eher helle überstrahlte Flecken anstelle der erwarteten farbigen Achtecke.


Fazit

Das Pentax Super Multi Coated Takumar 135mm f/2.5 begeistert in jeder Hinsicht. Mit teilweise Gebrauchtpreisen um die CHF 60.00 kann man nichts falsch machen (wobei üblich Preise um die CHF 150 sind). Vielleicht hat man Glück und erwischt dabei noch die 2.te Version mit 8 Blendenlamellen, welche leicht schärfer und brillianter ist wie die erste Variante des S-M-C 135ers. Der einzige "negative" Punkt, welchen das 135er hat ist, dass es zu perfekt ist und sich daher von modernen Objektiven wie zum Beispiel dem Canon EF 135/2 L fast nicht unterscheidet.


S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Sony A7r


Technische Daten der verwendeten Objektive

Super-Multi-Coated Takumar 135mm f/2.5

Baujahr 1972

Konstruktion: 6 Elemente in 6 Gruppen

Blendenlamellen: 8<br />Bildwinkel Vollformat / APSC: 18° / 12°

Blendenbereich: f/2.5 bis f/22<br />Distanzskala: 1.5m bis unendlich

Gewicht: 470g<br />Maximale Vergrösserung: 1:9

Abmessungen: D 66mm, L 81mm, Filter 58mm

Sonnenblende Metall






S-M-C Takumar 135mm f/2.5 an Canon EOS 5D mk3

"Talent ist wichtiger als Technik"

- Andreas Feininger -

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