Auf leisen Pfoten und mächtigen Schwingen
- Aisen
- 16. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Otter, Adler und andere Begegnungen auf der Isle of Mull

Bisher lagen zwischen Ottern und mir immer mindestens 500 Meter. Selbst auf den Shetland- und Orkneyinseln habe ich selten mehr als einen Kopf im Wasser gesehen.

Doch während Ferien in Schottland haben wir auch auf der Isle of Mull für eine Woche Wanderferien halt gemacht. Unser Haus war gleich am Wasser und wir konnten morgens ab und zu am Meer ein Weibchen beim Fischen und Schlafen beobachten. Zum Glück hatte ich "zufällig" mein EF 400mm f/4 DO Mark II IS und den Zweifach-Telekonverter dabei.



Bei manchen Fotografen, die auf "Otterjagd" sind, kann man sich nur wundern. Teilweise sieht es aus wie ein Einsatz der Navy SEALs: Auf den engen Single-Track Roads wird das Auto ungeachtet des übrigen Verkehrs abrupt angehalten. Vier Typen in Tarnanzügen stürmen heraus, jeder bewaffnet mit einem riesigen Teleobjektiv. Meist flüchtet der Otter daraufhin und ward nicht mehr gesehen. Das Verhalten dieser Fotografen ist unverständlich und kann die Tiere nachhaltig vertreiben.
Apropos Sigle-Track Roads, meist wird die Strasse zusätzlich von Rindern, Schafen und Gänsen genutzt, schnell mal irgendwohin geht nicht.


Ein Otter taucht zudem bis zu 30 Sekunden lang ab oder schläft gut getarnt im Seegras. Aus dem Auto sind die Tiere deshalb kaum auszumachen.


Entlang der Ufer gibt es auch viele rücksichtsvolle Otterbeobachter. Die meisten tragen dunkle Regenkleidung, haben einen Feldstecher dabei und warten geduldig, bis sich ein Tier zeigt. Man tauscht sich aus und erfährt so auch von Delfin-, Robben- und Steinadlersichtungen.






Witzigerweise begegnet man sich bei anderen Gelegenheiten wieder, etwa auf Adlertouren oder bei Ausflügen zu den Treshnish Isles. Während bei unseren Wanderungen oder auch bei unserem Ferienhaus häufig Steinadler über den Köpfen kreisen, sind zwischen Ulva und der Isle of Mull auch Seeadler unterwegs. Wir haben eine Adlertour mit 10 weiteren Touris auf dem Boot gebucht.




Die Tour dauert 3 Stunden und sie gibt die Gelegenheit, mehrere Adler zu sichten. Adler haben ihre Runden wie zum Beispiel Füchse und so kann die Crew voraussehen, wo ein Adler durchfliegt. Einzig das wann ist nicht vorhersehbar.


Für die Fotos nahe dem Boot war das 400mm Objektiv oft etwas zu lang und beim Schwanken des Bootes auch etwas schwierig, den Vogel so im Sucher zu halten, das nicht etwas von den Flügeln auf dem Bild abgeschnitten wird.


War die Tour mit dem "Adlerboot" vom Seegang her gut auszuhalten, so verlangte der "Big Bird Trip" nach Lunga mehr vom Magen ab. Auf Lunga, einer Insel der Treshnish Isles, lassen sich Papageientaucher, Tordalken und Trottellummen aus nächster Nähe beobachten.





Obwohl es eigentlich Wanderferien waren, sind doch einige Tierfotos in den Kasten gekommen - und ebenso einige unvergessliche Tierbegegnungen ganz ohne Kamera in den Händen.




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